Rezension: Das Gartenjahr

Ian Spence
Das Gartenjahr
Die richtige Planung Monat für Monat
352 Seiten, Dorling Kindersley, Neuausgabe München 2021, ISBN 978-3-83104-153-4

Britisches Understatement

Der im Handel verlangte Preis für diese fleißige Arbeit ist besonders für Freunde von Blütenstauden absolut gerechtfertigt. Ökologie sowie Obst- und Gemüsebau sollten in eventuellen Folgeauflagen jedoch stärker berücksichtigt werden. Spezielle Spezialthemen wie Teiche vermisst man dagegen kaum. Dafür dienen dann Extrabücher oder gleich “Die neue Garten-Enzyklopädie” (ein im wahrsten Sinne des Wortes schwer beeindruckendes Kompendium) vom selben Verlag. Das optimale Buch für den Jahresablauf der Gartenarbeiten existiert offenbar noch nicht, wer fühlt sich dazu berufen?
Empfehlenswert, weil …
– Unter den hunderten Gartenbüchern gibt es nur wenige, deren Inhalt konsequent nach Arbeiten im Jahresablauf geordnet ist. Dabei ist diese übersichtliche Gliederung doch außerordentlich praxisnah, ebenso sinnvoll erscheint dann die weitere Gliederung innerhalb der Monate. Als halbwegs ernst zu nehmendes Konkurrenzprodukt ist nur der DDR-Klassiker “Rat für jeden Gartentag” erhältlich, welcher bislang 30 Auflagen erlebte.
– Sofort fällt auf, dass der Einband im Retro-Look mit vorzüglichster Bindequalität optisch und haptisch wirklich was hermacht. Das Layout wirkt edel, außen und innen.
– Auf den Buchseiten führen ein guter Kompromiss bei der Schriftgröße und viele Fotos zu einer großen Informationsdichte.
Bedenkenswert, weil …
– Es wird zwar nicht zu Giftanwendungen aufgerufen, dennoch hinkt der Inhalt dem zunehmenden Engagement vieler Hobbygärtner für Ökologie hinterher, über Permakultur und Regenwürmer beispielsweise sowie über die immer mehr in Mode kommende Verwendung von “Unkräutern” erfährt man fast nichts.
– Überhaupt behandelt der Autor die Nutzpflanzen gegenüber den Zierpflanzen stiefmütterlich, im Text kommen Obst und Gemüse zwar noch vor, bei den Fotos wirkt das Übergewicht der Blümchenporträts jedoch zu dominant.